Beim durchschnittlichen Einstandskurs berechnen nach einem Nachkauf derselben Aktie kommen viele ins Stocken. Kurz gesagt: Der durchschnittliche Einstandskurs ergibt sich mit der einfachen Formel „Gesamtkosten ÷ Gesamtstückzahl". Dieser Artikel geht die Fälle Nachkauf, Gebühren, Teilverkauf und Aktiensplit jeweils mit konkreten Zahlen und Gegenprobe durch und erklärt, warum die manuelle Berechnung oder eine Excel-Tabelle mit der Zeit aufwendig wird – und welche Alternative es gibt, bei der die Berechnung einfach automatisch erfolgt.
Bestände erfassen und den durchschnittlichen Einstandskurs automatisch berechnen lassen
Mehr über LiteFolio erfahren →Kurz gesagt: Durchschnittlicher Einstandskurs = Gesamtkosten ÷ Gesamtstückzahl
Der durchschnittliche Einstandskurs ergibt sich, indem du die bisher insgesamt gezahlten Gesamtkosten durch die gehaltene Gesamtstückzahl teilst. Da sich der Kurs bei jedem Kauf ändert, reicht ein einfacher Durchschnitt der Kurse nicht aus – nötig ist ein nach Betrag gewichteter Durchschnitt.
Ein Beispiel: Du kaufst 100 Aktien zu 40 € und stockst später mit 100 weiteren Aktien zu 32 € auf.
Merkst du dir nur die Formel Gesamtkosten ÷ Gesamtstückzahl, kannst du beliebig viele Nachkäufe nach demselben Schema berechnen. Im nächsten Abschnitt schauen wir uns Gebühren, Teilverkauf und Aktiensplit im Detail an.
Der durchschnittliche Einstandskurs nach Fall
Das Prinzip bleibt gleich, doch bei Gebühren, Verkäufen oder Splits stellt sich schnell die Frage „Was zähle ich dazu, und wie ändert sich der Kurs?". Hier gehen wir vier typische Fälle mit konkreten Zahlen und Gegenprobe durch.
① Einfacher Nachkauf
Ausgehend vom Stand oben (200 Aktien, Durchschnitt 36 €) kaufst du weitere 100 Aktien zu 46 € nach. Du addierst die neue Kauftranche einfach zu den bisherigen Gesamtkosten.
Wie mit Nachkommastellen umgegangen wird – auf- oder abgerundet – handhabt jeder Broker etwas anders. Details dazu findest du in den Unterlagen deines jeweiligen Brokers.
② Mit Gebühren
Beim Kauf anfallende Gebühren rechnest du den Anschaffungskosten hinzu. Nehmen wir das erste Beispiel erneut, diesmal mit einer Gebühr von 5 € pro Order.
Im Vergleich zu 36,00 € ohne Gebühren ist der Kurs damit 0,05 € höher. Verkaufsgebühren werden meist nicht dem Einstandskurs zugerechnet, sondern vom Verkaufserlös abgezogen – auch hier unterscheidet sich die genaue Darstellung je nach Broker, sodass ein Blick in dein Depot-Cockpit sinnvoll ist.
③ Nach einem Teilverkauf
Verkaufst du einen Teil deiner Position, ändert sich der durchschnittliche Einstandskurs des verbleibenden Bestands nicht. Ausgehend von 200 Aktien mit Durchschnitt 36 € verkaufst du 50 Aktien zu 44 €.
Beim Verkauf sinken Kosten und Stückzahl im gleichen Verhältnis, der Kurs selbst bleibt also stabil. Er ändert sich nur, wenn du erneut zukaufst.
④ Bei einem Aktiensplit
Bei einem Aktiensplit steigt die Stückzahl, während die Gesamtkosten unverändert bleiben – der durchschnittliche Einstandskurs sinkt entsprechend dem Split-Verhältnis. Nehmen wir eine Position von 100 Aktien mit Durchschnitt 36 € (Gesamtkosten 3.600 €) bei einem Split von 1:2.
Nach dem Split ergeben 200 Aktien × 18 € wieder 3.600 €, also genau die Gesamtkosten von vor dem Split. Bei anderen Split-Verhältnissen wie 1:3 oder 1:1,5 lässt sich auf dieselbe Weise nachrechnen, indem Stückzahl und Kurs entsprechend angepasst werden.
Wie mühsam die manuelle Berechnung oder Excel mit der Zeit wird
Jede einzelne dieser Rechnungen ist für sich genommen einfach – doch je mehr Käufe, Verkäufe und Splits sich summieren, desto größer wird der Aufwand bei manueller Berechnung oder in Excel. Bei jedem Nachkauf musst du die Summenzeile anpassen, bei jedem Teilverkauf den Restbestand nachführen, und bei einem Split musst du ganze Zeilen neu berechnen.
Besonders wenn du dieselbe Position über mehrere Broker verteilt hältst, musst du zunächst pro Depot die Anschaffungskosten zusammenrechnen, bevor du den Durchschnitt bilden kannst – die Tabelle wird dadurch schnell unübersichtlich. Diese Problematik behandeln wir auch ausführlich in Mehrere Depots verwalten.
Konkrete Formelbeispiele für Excel, den Aufbau einer gewichteten Durchschnittsformel mit SUMMENPRODUKT sowie die Grenzen, die selbst mit guten Formeln bleiben, erklären wir in Aktien-Portfolio in Excel verwalten: Aufbau und Grenzen.
Erfassen statt rechnen: Käufe, Verkäufe und Splits einfach eintragen
Die Berechnung des durchschnittlichen Einstandskurses ist zwar einfach, doch sie bei jeder neuen Transaktion manuell zu aktualisieren, wird auf Dauer zur Last. Hältst du deine Transaktionen stattdessen als Datensatz fest und lässt den durchschnittlichen Einstandskurs bei jeder Änderung automatisch neu berechnen, entfällt dieser Aufwand.
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Käufe, Verkäufe und Splits erfassen – der durchschnittliche Einstandskurs wird automatisch berechnet
LiteFolio ansehen →LiteFolio ist ein Werkzeug zur Aufzeichnung und Visualisierung und bietet keine Anlageberatung.
LiteFolio
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Mehr über LiteFolio erfahrenHäufig gestellte Fragen
Ändert sich der durchschnittliche Einstandskurs bei einem Teilverkauf?
Nein. Beim Verkauf sinken Kosten und Stückzahl im gleichen Verhältnis, der durchschnittliche Einstandskurs des verbleibenden Bestands bleibt unverändert. Er ändert sich nur bei einem neuen Kauf.
Zähle ich Gebühren zum durchschnittlichen Einstandskurs hinzu?
Kaufgebühren werden grundsätzlich den Anschaffungskosten zugerechnet. Verkaufsgebühren werden meist nicht dem Einstandskurs zugerechnet, sondern vom Verkaufserlös abgezogen – die genaue Darstellung unterscheidet sich je nach Broker, ein Blick in dein Depot-Cockpit ist deshalb sinnvoll.
Was passiert mit dem durchschnittlichen Einstandskurs bei einem Aktiensplit?
Er sinkt entsprechend dem Split-Verhältnis. Da die Gesamtkosten gleich bleiben, halbiert sich der durchschnittliche Einstandskurs, wenn sich die Stückzahl verdoppelt. Eine Gegenprobe mit Stückzahl × Kurs sollte wieder die Gesamtkosten von vor dem Split ergeben.
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