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Durchschnittlichen Einstandskurs berechnen: Nachkauf, Gebühren und Aktiensplit

LiteFolio Team · 30. Juli 2026 · 7 Min. Lesezeit

Beim durchschnittlichen Einstandskurs berechnen nach einem Nachkauf derselben Aktie kommen viele ins Stocken. Kurz gesagt: Der durchschnittliche Einstandskurs ergibt sich mit der einfachen Formel „Gesamtkosten ÷ Gesamtstückzahl". Dieser Artikel geht die Fälle Nachkauf, Gebühren, Teilverkauf und Aktiensplit jeweils mit konkreten Zahlen und Gegenprobe durch und erklärt, warum die manuelle Berechnung oder eine Excel-Tabelle mit der Zeit aufwendig wird – und welche Alternative es gibt, bei der die Berechnung einfach automatisch erfolgt.

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Kurz gesagt: Durchschnittlicher Einstandskurs = Gesamtkosten ÷ Gesamtstückzahl

Der durchschnittliche Einstandskurs ergibt sich, indem du die bisher insgesamt gezahlten Gesamtkosten durch die gehaltene Gesamtstückzahl teilst. Da sich der Kurs bei jedem Kauf ändert, reicht ein einfacher Durchschnitt der Kurse nicht aus – nötig ist ein nach Betrag gewichteter Durchschnitt.

Ein Beispiel: Du kaufst 100 Aktien zu 40 € und stockst später mit 100 weiteren Aktien zu 32 € auf.

1. Kauf 100 Aktien × 40,00 € = 4.000,00 €
2. Kauf 100 Aktien × 32,00 € = 3.200,00 €
Gesamtkosten = 4.000 + 3.200 = 7.200,00 €
Gesamtstückzahl = 100 + 100 = 200
Durchschnittlicher Einstandskurs = 7.200 ÷ 200 = 36,00 €

Merkst du dir nur die Formel Gesamtkosten ÷ Gesamtstückzahl, kannst du beliebig viele Nachkäufe nach demselben Schema berechnen. Im nächsten Abschnitt schauen wir uns Gebühren, Teilverkauf und Aktiensplit im Detail an.

Der durchschnittliche Einstandskurs nach Fall

Das Prinzip bleibt gleich, doch bei Gebühren, Verkäufen oder Splits stellt sich schnell die Frage „Was zähle ich dazu, und wie ändert sich der Kurs?". Hier gehen wir vier typische Fälle mit konkreten Zahlen und Gegenprobe durch.

① Einfacher Nachkauf

Ausgehend vom Stand oben (200 Aktien, Durchschnitt 36 €) kaufst du weitere 100 Aktien zu 46 € nach. Du addierst die neue Kauftranche einfach zu den bisherigen Gesamtkosten.

Bisherige Gesamtkosten 7.200,00 € (200 Aktien)
3. Kauf 100 Aktien × 46,00 € = 4.600,00 €
Gesamtkosten = 7.200 + 4.600 = 11.800,00 €
Gesamtstückzahl = 200 + 100 = 300
Durchschnittlicher Einstandskurs = 11.800 ÷ 300 = 39,33 € (gerundet)

Wie mit Nachkommastellen umgegangen wird – auf- oder abgerundet – handhabt jeder Broker etwas anders. Details dazu findest du in den Unterlagen deines jeweiligen Brokers.

② Mit Gebühren

Beim Kauf anfallende Gebühren rechnest du den Anschaffungskosten hinzu. Nehmen wir das erste Beispiel erneut, diesmal mit einer Gebühr von 5 € pro Order.

1. Kauf 100 Aktien × 40,00 € + 5,00 € Gebühr = 4.005,00 €
2. Kauf 100 Aktien × 32,00 € + 5,00 € Gebühr = 3.205,00 €
Gesamtkosten = 4.005 + 3.205 = 7.210,00 €
Gesamtstückzahl = 200
Durchschnittlicher Einstandskurs = 7.210 ÷ 200 = 36,05 €

Im Vergleich zu 36,00 € ohne Gebühren ist der Kurs damit 0,05 € höher. Verkaufsgebühren werden meist nicht dem Einstandskurs zugerechnet, sondern vom Verkaufserlös abgezogen – auch hier unterscheidet sich die genaue Darstellung je nach Broker, sodass ein Blick in dein Depot-Cockpit sinnvoll ist.

③ Nach einem Teilverkauf

Verkaufst du einen Teil deiner Position, ändert sich der durchschnittliche Einstandskurs des verbleibenden Bestands nicht. Ausgehend von 200 Aktien mit Durchschnitt 36 € verkaufst du 50 Aktien zu 44 €.

Vor dem Verkauf 200 Aktien, Durchschnitt 36,00 €
Verkauf 50 Aktien × 44,00 €
Restbestand = 200 − 50 = 150 Aktien
Durchschnittlicher Einstandskurs = 36,00 € (unverändert)
Realisierter Gewinn = (44,00 − 36,00) × 50 = 400,00 € (ohne Verkaufsgebühren)

Beim Verkauf sinken Kosten und Stückzahl im gleichen Verhältnis, der Kurs selbst bleibt also stabil. Er ändert sich nur, wenn du erneut zukaufst.

④ Bei einem Aktiensplit

Bei einem Aktiensplit steigt die Stückzahl, während die Gesamtkosten unverändert bleiben – der durchschnittliche Einstandskurs sinkt entsprechend dem Split-Verhältnis. Nehmen wir eine Position von 100 Aktien mit Durchschnitt 36 € (Gesamtkosten 3.600 €) bei einem Split von 1:2.

Vor dem Split 100 Aktien, Durchschnitt 36,00 € (Gesamtkosten 3.600,00 €)
Split 1:2
Stückzahl = 100 × 2 = 200 Aktien
Durchschnittlicher Einstandskurs = 36,00 ÷ 2 = 18,00 €
Gegenprobe: 200 × 18,00 € = 3.600,00 € (stimmt mit den Gesamtkosten überein)

Nach dem Split ergeben 200 Aktien × 18 € wieder 3.600 €, also genau die Gesamtkosten von vor dem Split. Bei anderen Split-Verhältnissen wie 1:3 oder 1:1,5 lässt sich auf dieselbe Weise nachrechnen, indem Stückzahl und Kurs entsprechend angepasst werden.

Wie mühsam die manuelle Berechnung oder Excel mit der Zeit wird

Jede einzelne dieser Rechnungen ist für sich genommen einfach – doch je mehr Käufe, Verkäufe und Splits sich summieren, desto größer wird der Aufwand bei manueller Berechnung oder in Excel. Bei jedem Nachkauf musst du die Summenzeile anpassen, bei jedem Teilverkauf den Restbestand nachführen, und bei einem Split musst du ganze Zeilen neu berechnen.

Besonders wenn du dieselbe Position über mehrere Broker verteilt hältst, musst du zunächst pro Depot die Anschaffungskosten zusammenrechnen, bevor du den Durchschnitt bilden kannst – die Tabelle wird dadurch schnell unübersichtlich. Diese Problematik behandeln wir auch ausführlich in Mehrere Depots verwalten.

Konkrete Formelbeispiele für Excel, den Aufbau einer gewichteten Durchschnittsformel mit SUMMENPRODUKT sowie die Grenzen, die selbst mit guten Formeln bleiben, erklären wir in Aktien-Portfolio in Excel verwalten: Aufbau und Grenzen.

Erfassen statt rechnen: Käufe, Verkäufe und Splits einfach eintragen

Die Berechnung des durchschnittlichen Einstandskurses ist zwar einfach, doch sie bei jeder neuen Transaktion manuell zu aktualisieren, wird auf Dauer zur Last. Hältst du deine Transaktionen stattdessen als Datensatz fest und lässt den durchschnittlichen Einstandskurs bei jeder Änderung automatisch neu berechnen, entfällt dieser Aufwand.

LiteFolio ist eine App zur manuellen Erfassung deines Investment-Portfolios, in der du Käufe, Verkäufe, Dividenden, Ein- und Auszahlungen, Gebühren, Aktiensplits, Steuern und Notizen festhalten kannst. Die App verbindet sich zu keinem Zeitpunkt mit deinem Depot – als Depot-App ohne Kontoverknüpfung berechnet sie aus deinen Eingaben automatisch Stückzahl, durchschnittlichen Einstandskurs, Kostenbasis und realisierten Gewinn je Position. Die Daten werden local-first zunächst auf deinem Gerät gespeichert.

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Häufig gestellte Fragen

Ändert sich der durchschnittliche Einstandskurs bei einem Teilverkauf?

Nein. Beim Verkauf sinken Kosten und Stückzahl im gleichen Verhältnis, der durchschnittliche Einstandskurs des verbleibenden Bestands bleibt unverändert. Er ändert sich nur bei einem neuen Kauf.

Zähle ich Gebühren zum durchschnittlichen Einstandskurs hinzu?

Kaufgebühren werden grundsätzlich den Anschaffungskosten zugerechnet. Verkaufsgebühren werden meist nicht dem Einstandskurs zugerechnet, sondern vom Verkaufserlös abgezogen – die genaue Darstellung unterscheidet sich je nach Broker, ein Blick in dein Depot-Cockpit ist deshalb sinnvoll.

Was passiert mit dem durchschnittlichen Einstandskurs bei einem Aktiensplit?

Er sinkt entsprechend dem Split-Verhältnis. Da die Gesamtkosten gleich bleiben, halbiert sich der durchschnittliche Einstandskurs, wenn sich die Stückzahl verdoppelt. Eine Gegenprobe mit Stückzahl × Kurs sollte wieder die Gesamtkosten von vor dem Split ergeben.

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LiteFolio ist jetzt für iOS und Android verfügbar. Die Daten werden zunächst auf dem Gerät gespeichert, einzelne Funktionen wie die Cloud-Synchronisierung sollen als kostenpflichtiges Pro-Feature angeboten werden. Aktuelle Details findest du im App Store oder bei Google Play.

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