Eine Englisch-Vokabel-App bringt Wörter nur dann dauerhaft ins Gedächtnis, wenn drei Dinge zusammenkommen: Sie lernen den Wortschatz, den Sie wirklich brauchen – die Unit aus dem Englischbuch, die Themenliste fürs Abitur, die Begriffe aus dem Meeting –, statt irgendeinen Standardkurs abzuspulen. Sie holen jedes Wort aus dem Kopf, bevor Sie die Lösung sehen. Und die App bestimmt, wann das Wort wiederkommt, nämlich kurz bevor Sie es vergessen. Flips kann das, und Sie können kostenlos starten. Wir sind das Team dahinter und zeigen hier, wie Sie in vier Schritten vom Schulbuch-Vokabelanhang zu einem Kartensatz kommen, den Sie im Alltag wirklich durchhalten.
Wenn Sie erst noch entscheiden wollen, welche App überhaupt zu Ihnen passt, finden Sie in Die beste Vokabel-Lern-App finden fünf Kriterien zur Auswahl. Dieser Artikel setzt eine Stufe später an: Sie haben eine App und wollen wissen, wie Sie Ihre Englisch-Vokabeln darin ordentlich zum Laufen bringen.
Erst klären: Welchen Wortschatz brauchen Sie eigentlich?
Der größte Hebel liegt nicht in der App, sondern in der Wortauswahl. Wer 3.000 beliebige Wörter durchklickt, lernt viel, was er nie braucht, und zu wenig von dem, was in der nächsten Klassenarbeit oder im nächsten Gespräch drankommt. Je nach Ziel sieht die Quelle anders aus.
| Ziel | Woher der Wortschatz kommt | Worauf Sie bei den Karten achten |
|---|---|---|
| Schule, Realschule, Sekundarstufe I | Vokabelanhang des Englischbuchs, Unit für Unit; Wortlisten der Lehrkraft | Englisch vorne, Deutsch hinten; kurzer Beispielsatz aus dem Buch in den Notizen |
| Abitur und Oberstufe | Themenwortschatz zu den Themenfeldern Ihres Kurses, Analyseverben wie to illustrate oder to point out | Wendungen statt Einzelwörter; typische Verbindungen (collocations) |
| Studium | Texte und Skripte Ihres Fachs, Fachglossare | Nur Wörter, die Ihnen im Lesen wirklich begegnet sind |
| Beruf | E-Mails, Meetings, Präsentationen: Wörter, die Sie selbst vermisst haben | Eigene Mini-Sätze, die Sie so tatsächlich sagen oder schreiben würden |
| Cambridge, TOEFL, IELTS | Offizielle Übungsmaterialien und Ihre Fehlerliste aus Probetests | Prüfungsnahe Wörter und Wendungen, gruppiert nach Thema |
Bei Fachbegriffen, Business-Vokabeln oder einer Prüfungsliste gilt dieselbe Regel wie bei der Unit: lieber ein kleiner Kartensatz, den Sie wirklich beherrschen, als eine riesige Liste, die Sie nach drei Tagen ignorieren.
Schritt 1: Kartensatz anlegen oder fertige Vokabelsätze ausprobieren
Flips hat fertige Vokabelsätze an Bord, mit denen Sie ohne Vorarbeit starten können. Das ist praktisch zum Hineinschnuppern und für allgemeine Basiswörter. Für den Schulalltag passt ein Standardsatz selten zu Ihrer Unit, denn Englischbücher setzen eigene Schwerpunkte, und die Lehrkraft fragt genau diese ab. Deshalb legen wir Ihnen für alles, was Sie bewerten oder abgefragt bekommen, einen eigenen Kartensatz nahe: pro Unit einen, benannt wie im Buch, etwa „Unit 4 – Travelling“. So behalten Sie den Überblick, welche Wörter schon sitzen und welche noch wackeln.
Schritt 2: Den Wortschatz in die App bringen
Es gibt zwei Wege. Der erste ist das Abtippen Karte für Karte. Das klingt nach Arbeit, hat aber einen Nebeneffekt: Wer ein Wort selbst einträgt, hat es schon einmal bewusst angesehen. Bei zehn bis zwanzig neuen Wörtern pro Unit ist das gut machbar, und Sie können auf der Rückseite einen kurzen Beispielsatz oder einen Hinweis in den Notizen ergänzen.
Der zweite Weg ist der Import. Wenn Sie den Vokabelanhang ohnehin in einer Tabelle sammeln – in Excel, Numbers oder Google Tabellen –, legen Sie eine Spalte für das englische Wort und eine für die deutsche Übersetzung an, speichern als CSV oder TSV und importieren die Datei in Flips. Wählen Sie am besten TSV, also Tabulator als Trennzeichen: Beispielsätze enthalten oft Kommas, Tabulatoren fast nie. Testen Sie den Import zuerst mit fünf Zeilen, dann sehen Sie sofort, ob Vorder- und Rückseite richtig ankommen, bevor Sie eine ganze Unit hochladen.
Bei der Gestaltung der Karten haben sich ein paar Dinge bewährt. Eine Information pro Karte: Hat ein Wort zwei verschiedene Bedeutungen, brauchen Sie zwei Karten. Bei Verben schreiben Sie die Grundform mit to, damit Sie sie als Verb erkennen („to hand in – abgeben“). Die unregelmäßigen Verben lassen sich gut als eine Karte mit allen drei Formen anlegen. Und die falschen Freunde verdienen eigene Karten, weil sie im Deutschen so trügerisch vertraut klingen: actually heißt „tatsächlich“, nicht „aktuell“, eventually heißt „schließlich“, nicht „eventuell“. Gerade solche Wörter vergisst man nicht, sondern man verwechselt sie – deshalb brauchen sie den regelmäßigen Abruf.
Zur Richtung: Starten Sie mit Englisch auf der Vorderseite und Deutsch hinten, das trainiert das Verstehen. Nach ein paar Tagen, wenn die Wörter anfangen zu sitzen, lohnt ein zweiter Kartensatz mit vertauschten Spalten, also Deutsch vorn und Englisch hinten. Das ist das Training für Klassenarbeiten und Gespräche, in denen Sie das englische Wort selbst finden müssen. Beim Import ist das nur eine umgestellte Tabelle. Mehr zu guten Karten steht in Effektive Karteikarten erstellen.
Zum Ausprobieren: Flips kostenlos laden im App Store · Google Play
Schritt 3: Anhören statt nur lesen
Englisch ist keine Sprache, in der man die Aussprache aus der Schreibung ableiten kann. Wer thorough, comfortable oder Wednesday nur liest, lernt sie meist falsch. Flips hat eine Sprachausgabe (TTS), mit der Sie sich das Wort vorlesen lassen können. Welche Sprachen und Stimmen verfügbar sind, hängt von Ihrem Gerät ab, schauen Sie also kurz in die Einstellungen Ihres Handys, wenn die englische Stimme fehlt. Bewährt hat sich ein einfacher Ablauf: erst versuchen, das Wort aus dem Kopf zu holen, dann umdrehen, dann anhören und laut nachsprechen. Das dauert ein paar Sekunden mehr pro Karte, spart aber später das Nachlernen, wenn Sie im Gespräch merken, dass Sie das Wort zwar kennen, aber nicht aussprechen können.
Schritt 4: Der Rhythmus entscheidet
Wenn der Kartensatz steht, ist die Arbeit zur Hälfte getan. Die andere Hälfte ist die tägliche Dosis. Fangen Sie klein an, etwa mit fünf bis zehn neuen Wörtern am Tag. Jede neue Karte erzeugt später Wiederholungen, und wer am ersten Tag 50 Wörter einführt, sitzt eine Woche später vor einem Berg, den er aufgibt. Flips zeigt zu jeder Karte, wie gut sie sitzt, und legt Ihnen auf der Startseite das Pensum für heute hin. Die Lernserie macht sichtbar, wie viele Tage Sie am Stück dabei waren, und eine Erinnerung zum passenden Zeitpunkt holt Sie zurück. Beantwortet wird per Wischen oder aus vier Antworten – für die Bahn oder die Pause.
Zu den Abständen: Als allgemeine Faustregel nennt man oft 1, 3, 7, 14 und 30 Tage. Das ist eine Richtschnur und kein Versprechen, dass die App genau diese Tage einhält. Damit Sie vorab ein Gefühl für die Verteilung bekommen, rechnet Ihnen unser Rechner für den Wiederholungsplan die Termine aus: Mit Lernstart und Abständen bekommen Sie eine Liste der Wiederholungstage, und mit Kartenzahl und neuen Karten pro Tag sehen Sie, nach wie vielen Tagen Sie alle Wörter eingeführt haben. Den Hintergrund liefert Spaced Repetition: Wiederholungsintervalle planen, und wie Lernen zur Gewohnheit wird, auch wenn der Elan nachlässt, steht in Vokabeln lernen klappt nie länger als drei Tage.
Abitur und Prüfungen: Wortschatz in den Lernplan einbauen
Wer aufs Abitur lernt, hat Englisch selten als einziges Fach. Der Vokabelplan sollte deshalb rückwärts vom Prüfungstermin Ihres Bundeslandes aus gedacht sein. Sammeln Sie zuerst, welche Themenfelder dran sind, und legen Sie pro Themenfeld einen Kartensatz an. Rechnen Sie dann zurück: Wie viele Wörter pro Tag müssen Sie einführen, damit bis zum Termin alle Karten eingeführt und mehrfach wiederholt sind? Wie lange das Einführen bei Ihrer Kartenzahl dauert, zeigt der Rechner oben. Planen Sie in den letzten Wochen keine neuen Wörter mehr ein, sondern nur noch das, was wackelt, denn die Vergessensanzeige in Flips zeigt Ihnen, welche Karten das sind. Für Cambridge, TOEFL oder IELTS gilt dasselbe, nur mit anderen Wortlisten: Fehlerliste aus dem Probetest in Karten verwandeln und gezielt wiederholen. Wie das bei einer englischen Sprachprüfung aussieht, zeigt Vokabeln kurz vor dem Test.
Flips
Ihre Englisch-Vokabeln, kurz bevor Sie sie vergessen. Eigene Kartensätze erstellen oder aus CSV/TSV importieren, mit Sprachausgabe. Kostenlos starten, für iPhone, iPad und Android.
Mehr über Flips erfahrenUnd das mit „kostenlos“?
Flips können Sie kostenlos starten, und die Funktionen aus diesem Artikel – eigene Kartensätze, Import, Sprachausgabe, Wiederholungstermine – sind ohne Anlaufhürde nutzbar. Bei anderen Vokabel-Apps unterscheidet sich das stark, und Angebote ändern sich: Mal ist die Nutzung dauerhaft kostenlos, mal gibt es eine Testphase oder eine eingeschränkte Basisversion. Prüfen Sie die Angaben im Store (Abschnitt „In-App-Käufe“) und auf der Seite des Anbieters, bevor Sie sich auf eine App festlegen. Entscheidend für den Erfolg ist am Ende nicht der Preis, sondern ob Sie die App auch an einem vollen Tag noch öffnen. Wie Sie den Einstieg in eine Karteikarten-App allgemein angehen, steht in Karteikarten App kostenlos: Worauf Sie achten sollten.
Legen Sie heute eine Unit als Kartensatz an und beantworten Sie die ersten Karten. Flips ist für iPhone, iPad und Android kostenlos startbar.
Häufig gestellte Fragen
Welche App eignet sich zum Englisch-Vokabeln-Lernen für die Schule?
Am besten eine, mit der Sie den Wortschatz Ihres Englischbuchs als eigenen Kartensatz anlegen und wiederholen können. Fertige Standardlisten passen selten zu Ihrer Unit. Flips erlaubt eigene Kartensätze und den Import aus CSV oder TSV und berechnet die Wiederholungstermine; Sie können kostenlos starten.
Kann ich Vokabeln aus dem Schulbuch importieren?
Ja, über CSV oder TSV. Sammeln Sie die Wörter in einer Tabelle (eine Spalte Englisch, eine Spalte Deutsch), speichern Sie sie als CSV oder TSV und importieren Sie die Datei. Testen Sie den Import zuerst mit fünf Zeilen, damit Sie sehen, ob Vorder- und Rückseite richtig ankommen.
Wie viele neue Vokabeln pro Tag sind sinnvoll?
Als Start sind fünf bis zehn neue Wörter pro Tag ein überschaubares Maß; wer mehr Zeit hat, kann steigern. Jede neue Karte erzeugt später Wiederholungen, deshalb sammeln sich bei zu vielen neuen Wörtern schnell zu viele fällige Karten an. Der Rechner für den Wiederholungsplan zeigt, nach wie vielen Tagen Sie bei Ihrer Kartenzahl alles eingeführt haben.
Hilft die App auch bei der Aussprache?
Flips hat eine Sprachausgabe (TTS), die Ihnen ein Wort vorliest. Welche Sprachen und Stimmen verfügbar sind, hängt von Ihrem Gerät ab. Am besten holen Sie das Wort erst aus dem Kopf, drehen die Karte um, hören es sich an und sprechen es laut nach.